Erweiterte Konfiguration von SlugOS

Nach der Installation von SlugOS, wurde aus dem NSLU2 ein sogenannter Slug. In diesem Artikel wird nun beschrieben, wie der Slug so konfiguriert werden kann, dass er sich als privater Server einsetzen lässt.

Da der interne Speicher des Slug mit 8 MB für den Einsatz als Serverfestplatte nicht besonders geeignet ist, wird hier auch beschrieben wie die Installation auf einen USB-Stick verschoben werden kann.

Natürlich könnte auch eine externe Festplatte als Medium dienen (der Ablauf der Installation ist identisch). Da aber ein USB-Stick weniger Strom braucht, keine Geräusche verursacht und billiger ist, erscheint die Verwendung eines USB-Sticks für den Hausgebrauch die bessere Lösung.

Als Speichermedium für die Daten ist die Verwendung von Festplatten natürlich unumgänglich. So hat auch wirklich die ganze Musik- und Videosammlung drauf Platz. Dabei wird empfohlen, die Festplatten bei nicht Gebrauch mittels Spin-Down in einen Ruhemodus zu versetzen.

Manuelle Konfiguration

Für die Konfiguration des Slug muss mittels Telnet oder SSH-Client auf den Slug zugegriffen werden.

Der erste Zugriff nach der Installation auf den Slug erfolgt mit dem Benutzernamen root und dem Passwort opeNSLUg

Mit dem folgenden Befehl können die Grundeinstellungen des Slug konfiguriert werden:

$ turnup init

Danach können die folgenden Einstellungen interaktiv verändert werden.

  • root-Passwort
  • Hostnamen
  • Domain-Namen
  • IP-Adresskonfiguration (da der Slug als Server betrieben wird, empfiehlt es sich eine statische IP-Adresse zu vergeben.)

Mit dem Befehl

$ turnup preserve

werden die zuvor getätigten Änderungen gespeichert. Danach ist ein Neustart des Slug notwendig.

$ shutdown -r now

Installation auf den USB-Stick

Bei dieser Installationsmethode werden alle Daten auf dem USB-Stick gelöscht!

Während der Slug eingeschaltet ist, den USB-Stick an USB2 anstecken. Die Status-LEDs Disk 1/Disk 2 leuchten unter SlugOS nicht und geben nicht den Status der externen Datenträger an. Wie diese LEDs manuell gesteuert werden können steht in einem extra Artikel.

Falls gewünscht kann mit dmesg bzw. lsusb der Status des externen Mediums beobachtet werden. Danach muss der USB-Stick neu partitioniert werden. Der Stick sollte als Device dev/sda angesprochen werden können.

$ fdisk /dev/sda

Mit fdisk müssen nun alle bestehenden Partitionen gelöscht und eine Root-Patition mit dem gesamten Speicherplatz erstellt werden. Um auf die neue Partition zugreifen zu können muss der Slug wieder neu gestartet werden.

$ shutdown -r now

Bevor der USB-Stick nun als Root-Partition verwendet werden kann muss die Partition noch mit dem Befehl

$ mkfs.ext3 /dev/sda1

Formatiert werden. Mit einem weiteren Befehl kann nun die Root-Partition auf den Stick übertragen werden:

$ turnup memstick -i /dev/sda1 -t ext3

Nach einem Neustart wird bereits vom USB-Stick gestartet. Dies kann auch mit dem Befehl mount überprüft werden. Die Ausgabe des Befehls sollte unter anderem folgenden Text enthalten:

/dev/sda1 on / type ext3

Installation zusätzlicher Pakete

Ab der Version 5.3 von SlugOS wird als Paketverwaltung das Tool opkg verwendet.

Die Optware Repositories können mit dem Kommando setup-optware.sh aktiviert werden.

Da nun ausreichend Speicherplatz zur Verfügung steht, können die Paketquellen aktualisiert werden

$ ipkg update

Falls gewünscht können jetzt zusätzliche Pakete installiert werden.

$ ipkg install openssh-server
$ ipkg install openssh-sftp-server
$ ipkg install samba

Mit den obigen Befehlen werden der openssh-Server und der Samba-Server installiert. Weitere Pakete können natürlich auch gesucht

$ ipkg list | grep "<paket-name>"

und danach installiert werden.

Benutzer erstellen

Neue Benutzer werden mit dem Befehl

$ adduser <username>

angelegt. Damit die Benutzer in Samba verwendet werden können, muss noch ein Samba-Passwort erstellt werden.

$ smbpasswd -a <username>

Swap aktivieren

Wenn Swap am Slug verwendet werden soll, was allgemein empfohlen wird, kann eine Swap-Datei mit folgenden Befehlen erstellt werden.

Da als Datenträger ein Flash-Speicher verwendet wird, darf keine Swap-Partition erstellt werden. Das würde die Lebensdauer des Speichers wesentlich verkürzen.

Erstellen der Swap-Datei im Verzeichnis /var/swap

$ mkdir /var/swap-file
$ dd if=/dev/zeros of=/var/swap/swapfile bs=1024 count=512k

Damit wird eine Swap-Datei mit 512 MB erzeugt. Aktiviert wird die Swap-Datei wie folgt:

$ mkswap -c /var/swap/swapfile
$ swapon /var/swap/swapfile

Um die Swap-Datei nun beim Booten automatisch zu aktivieren muss im Verzeichnis /etc/init.d/ eine Datei swap mit folgendem Inhalt angelegt werden:

#!/bin/sh
swapon /var/swap/swapfile

Diese Datei muss ausführbar sein und im Runlevel 3 automatisch gestartet werden:

$ chmod +x /etc/init.d/swap
$ cd /etc/rc3.d/
$ ln -s ../init.d/swap S69swap

Zeitsynchronisation

Um auch nach längerem Betrieb eine korrekte Uhrzeit am Slug zu haben empfiehlt es sich die Zeit automatisch mittels NTP zu synchronisieren.

Installation der notwendigen Pakete mit

$ ipkg install ntpdate
$ ipkg install timezone-europe

und einstellen der richtigen Zeitzone

$ ln -s /etc/localtime /usr/share/zoneinfo/Europe/<your-city>

Um die Synchronisation automatisch beim Booten zu starten muss überprüft werden ob im Verzeichnis /etc/rc3.d ein Link auf die Datei /etc/init.d/ntpdate angelegt ist.

Siehe auch


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