Debian in LVM in Software-RAID installieren

Dieser Artikel beschreibt, wie Debian Etch in LVM auf einem Software-RAID-System installiert werden kann.

Ausgegangen wird dabei von einer Installation von RAID1 auf 2 Festplatten. Die Festplatten werden in je zwei Teile geteilt.

  1. Boot-Partition: Mit einer Größe von 200MB enthält es alle notwendigen Daten zum Booten des Systems. Diese Partition wird unter dem Verzeichnis /boot eingebunden.
  2. Partition für LVM: Dieses RAID-Array enthält alle logical Volumes und umfasst den gesamten freien Bereich der Festplatte.

Installation starten

Von der Debian-Etch Installations-CD starten. Wenn das Boot-Prompt erscheint, den Parameter

expertgui

eingeben. Dadurch wird eine grafische Oberfläche gestartet.

Zunächst müssen in den folgenden Menüpunkten die Grundeinstellungen für das System konfiguriert werden.

  • Sprache wählen
  • Wählen Sie Ihre Tastaturbelegung aus
  • CD-ROM erkennen und einbinden
  • Installer Komponenten von CD laden
  • Netzwerk-Hardware erkennen
  • Netzwerk einrichten
  • Festplatten erkennen

Nach dem die Konfiguration der Grundeinstellungen abgeschlossen ist, folgt die Konfiguration von LVM und RAID.

RAID1 konfigurieren

Zunächst müssen die Festplatten partitioniert werden. Das geschieht mit dem Menüeintrag Festplatten partitionieren. Zur Paritionierung sollte der Modus Manuell ausgewählt werden.

Wenn die vorhandenen Festplatten sichtbar sind, die jeweiligen Festplatten auf denen das RAID erzeugt werden soll, auswählen und eine neue leere Partitionstabelle anlegen. Als Typ muss MSDOS ausgewählt werden.

Achtung durch das Anlegen einer neuen Partitionstabelle gehen alle Daten auf der Festplatte verloren!

Auf beiden Festplatten müssen nun die folgenden Partitionen angelegt werden:

  • Primäre Patition, Größe: 200MB, Typ: 'physikalisches Volume für RAID', Bootable-Flag
  • Primäre Patition, Größe: Restlicher Speicherplatz, Typ: 'physikalisches Volume für RAID'

An dieser Stelle ist es noch möglich die Partitionierung rückgängig zu machen. Durch Auswahl des Punktes Änderungen an den Partitionen rückgängig machen werden keine Änderung auf die Festplatte geschrieben. Bei fehleingaben kann so Datenverlust vermieden werden.

Nachdem die Partitionen erstellt wurden, müssen die Einstellungen für das Software-RAID durchgeführt werden. Dazu die Option Software-RAID konfigurieren auswählen.

In der folgenden Abfrage muss ein MD-Gerät erstellt werden. Der Typ des RAID-Arrays ist RAID1 (Spiegelung auf beiden Festplatten). Als Partitionen die diesem Array zur Verfügung stehen müssen jeweils die beiden gleich großen Partitionen ausgewählt werden (z. B. sda1 und sdb1 bzw. sda2 und sdb2).

Als Ergebnis stehen nun die Beiden virtuellen Devices /dev/md0 (erste Partition mit 200MB) und /dev/md1 zur Verfügung. Die kleinere Partition wird als Bootpartition und /boot gemountet. Das andere Device soll die weiteren logical Volumes aufnehmen.

Die RAID-Arrays werden danach automatisch erstellt. Der Fortschritt bei der Synchronistation kann am 2. Terminal beobachtet werden. Auf dieses Terminal kann mit der Tastenkombinationn Ctrl + ALT + F2 umgeschaltet werden. Der Befehl

$ cat /proc/mdstat

zeigt den aktuellen Status des Software-RAIDs an. Zur grafischen Installationsoberfläche kommt man mit der Tastenkombination Ctrl + ALT + F5.

LVM konfigurieren

Die logical Volumes werden nur auf dem /dev/md1 erzeugt (/dev/md0 bleibt zunächst unverändert).

Unter RAID1 Gerät #1 die Partition Nr. 1 auswählen und die Benutzung als physikalisches Volume für LVM zuordnen. Im Hauptmenü erscheint dann der Punkt Logical Volume Manager konfigurieren. Mit dieser Option kann eine Volume-Group und darin die logical Volumes, entsprechend den eigenen Wünschen, angelegt werden.

Für eine neue Volume-Group muss ein Name sowie ein zugrundeliegendes Device angegeben werden (in diesem Fall /dev/md0). Sobald eine Volume-Group erstellt wurde, können logical Volumes angelegt werden. Für die logical Volumes müssen ebenfalls ein Name, die zugrundeliegende Volume-Group und zusätzlich die Größe des Volumes.

Für die Installation von Debian muss zumindes eine root- und eine swap-Partition angelegt werden. Zusätzliche LVs können auch später noch hinzugefügt werden.

Nach Abschluss der Konfiguration von LVM, müssen die Mount-Points für die zuvor erstellten LVs definiert werden. Dies erfolgt durch Auswahl des jeweiligen LVs und Angabe von Dateisystem, Einhängepunkt und ev. weiterer Optionen.

Abschluss der Installation

Abschließend muss noch das zuvor ignorierte Device /dev/md0 als Boot-Partition unter /boot gemountet werden.

Damit ist die Partitionierung und damit der Trickreiche Teil der Installation beendet. Durch Auswahl von Partitionierung beenden und Änderungen übernhemen wird das Partitionierungs-Tool beendet und es kann mit der Installation fortgefahren werden wie im Artikel Debian Installation beschrieben.

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linux/debian_in_lvm_in_software-raid.txt · Zuletzt geändert: 2010/03/01 22:03 (Externe Bearbeitung)
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