Konfiguration einer virtuellen Maschine

Vor der Inbetriebnahme einer virtuellen Maschine unter XEN kann es notwendig sein, ein paar Anpassungen der virtuellen Maschine bzw. der Konfigurationsdatei durchzuführen.

Als Gastbetriebssystem wird davon ausgegangen, dass Debian Etch verwendet wird.

Kernel-Module

Falls die virtuelle Maschine nicht mit XEN-Tools installiert wurde, muss gewährleistet sein, dass die richtigen Kernel-Module in der virtuellen Maschine zur Verfügung stehen.

Dazu muss vor dem ersten Start das Verzeichnis mit den richtigen Modulen in die virtuelle Maschine kopiert werden. Die Version der zu verwendenden Module kann im Host-System mit dem Befehl

$ uname -r

festgestellt werden.

Danach können im Hostsystem die Kernel-Module in das Image kopiert werden.

$ mount /dev/<DomU-Image> /mnt
$ cd /mnt/lib/modules
$ cp /lib/modules/`uname -r` . -r
$ cd /
$ umount /mnt

Für die obige Kommandofolge sind Root-Rechte erforderlich.

Netzwerk

Die eindeutige Zuordnung der Devices zu den physikalischen Geräten wird in Linux mittels udev verwaltet. Um zu vermeiden, dass immer neue Netzwerk-Devices erzeugt werden, müssen die MAC-Adressen der virtuellen Netzwerkkarten unter XEN fix zugeordnet werden.

Das erfolgt in der Konfigurationsdatei der virtuellen Maschine mit der folgenden Zeile

vif = [ 'ip=192.168.X.X,mac=00:16:3e:04:15:49' ]

Gegebenen Falls muss die Zuordnung der Devices zur MAC-Adresse in der virtuellen Maschine neu durchgeführt werden. Dazu muss in der virtuellen Maschine die Datei /etc/udev/rules.d/z25_persistent-net.rules angepasst werden.

Die MAC-Adresse muss in dieser Datei mit Kleinbuchstaben angegeben werden.

Disks unter DRBD

Wenn ein Image mittels XEN-Tools in eine DRBD-Ressource installiert wird, muss danach die Konfigurationsdatei manuell angepasst werden. XEN-Tools erstellt in diesem Fall keine Einträge für die virtuellen Festplatten und auch keine SWAP-Partition.

Ein manuell zu erstellender Eintrag in die Konfigurationsdatei könnte z. B. so aussehen:

disk = [ 'drbd:<resource-name>,sda1,w','phy:/dev/<vg-name>/<lv-name for swap>,sda2,w' ]

Dadurch wird eine DRBD-Ressource unter /dev/sda1 und ein logical Volume unter /dev/sda2 an die virtuelle Maschine übergeben.

Die SWAP-Partition wird in diesem Fall ebenfalls nicht automatisch angelegt. Dies kann mit folgenden Befehlen erledigt werden:

$ lvcreate -L<size-MB> -n<lv-name> <vg-name>
$ mkswap /dev/<vg-name>/<lv-name>

Übernahme der Änderungen

Wenn Änderungen an der Konfigurationsdatei einer DomainU druchgeführt werden, während die Maschine gestartet ist, muss die DomainU heruntergefahren und danach neu gestartet werden. Nur dadurch werden die Änderungen übernommen. Ein einfaches neustarten (reboot) reicht nicht aus.

Siehe auch

Diskussion

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virtualisierung/konfiguration_einer_virtuellen_maschine.txt · Zuletzt geändert: 2010/03/01 22:03 (Externe Bearbeitung)
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