In diesem Artikel wird beschrieben, wie das Host-System für XEN (die sogenannte Domain0) installiert und konfiguriert wird. Das verwendete Betriebssystem ist Debian-Etch.
Als Basis für die Domain0 wird Debian - Etch für 64-Bit-Processoren eingesetzt.
Das Betriebssystem der Domain 0 soll eine möglichst schlanke Installation sein, die außer der notwendigen Tools für XEN und Systemverwaltung keine weiteren Dienste anbietet.
Details zur Installation und Konfiguration von Debian gibt es hier.
Falls DomUs in LVM-Volume-Groups installiert werden sollen, kann die Ausgabe des Befehls fdisk -l z. B. so aussehen:
Device Boot Start End Blocks Id System /dev/sda1 1 486 3903763+ 82 Linux swap / Solaris /dev/sda2 * 487 972 3903795 83 Linux /dev/sda3 973 8924 63874440 8e Linux LVM
Im obigen Beispiel ist die Partition /dev/sda3 für die Verwendung mit LVM vorbereitet.
Zunächst muss ein Physical-Volume (PV) erzeugt werden:
$ pvcreate /dev/sda3
mit pvdisplay können die existierenden PVs angezeigt werden. Danach kann eine Volume-Group (VG) erzeugt werden.
$ vgcreate vg01 /dev/sda3
Diese VG kann später von xen-tools verwendet werden um Partitionen von virtuellen Maschinen zu speichern.
Hinweis: Wie Daten aus bestehenden Images in ein logical Volume kopiert werden können steht in einem eigenen Artikel.
Falls DRBD verwendet werden soll, wird dessen Installation im Artikel Installation von DRBD beschrieben.
Zunächst müssen die erforderlichen Paketquellen hinzugefügt werden. Dazu in der Datei /etc/apt/sources die Zeile
deb http://ftp.tu-graz.ac.at/mirror/debian/ etch main
wie folgt ergänzen:
deb http://ftp.tu-graz.ac.at/mirror/debian/ etch main contrib non-free deb http://www.backports.org/debian etch-backports main contrib non-free
Hinweis: Um die Installation vollständig aus dem Internet durchführen zu können muss der Eintrag für die Intallations-CD aus /etc/apt/sources entfernt werden.
Danach die Packetdatenbank aktualisieren und ev. vorhandene Updates installieren
$ apt-get update && apt-get upgrade
Danach kann mit der Installation der XEN-Pakete begopnnen werden:
$ apt-get install linux-image-2.6.18-6-xen-amd64 xen-hypervisor-3.2-1-amd64 xen-utils-3.2-1 iproute bridge-utils
Mit der Installation von XEN wird auch ein Booteintrag zu Grub hinzugefügt, der den Hypervisor automatisch startet.
Für die Verwaltung und Installation neuer XEN-Gäste kann zusätzlich das Paket xen-tools installiert werden.
$ apt-get -t etch-backports install xen-tools
Falls als Gast-System Ubuntu installiert werden soll, muss das Installationsskript für debootstrap noch nachinstalliert werden.
$ wget http://archive.ubuntu.com/ubuntu/pool/main/d/debootstrap/debootstrap_0.3.3.0ubuntu2_all.deb $ dpkg -i debootstrap_0.3.3.0ubuntu2_all.deb
In der Datei /etc/xen/xend-config.sxp können die Grundeinstellungen für XEN getroffen werden. Vor allem die Netzwerkkonfiguration kann hier gewählt werden.
Standardmäßig wird für das Netzwerk die Bridged-Methode verwendet. Das wird durch die Zeile
(network-script network-bridge)
erreicht. Zusätzlich dazu muss beim Start der virtuellen Maschinen ein entsprechendes Skript ausgeführt werden, das die DomUs mit der Bridge verbindet. Die dazu notwendige Zeile in der Konfigurationsdatei lautet
(vif-script vif-bridge)
Weitere Infos über diese Datei und die möglichen Parameter finden sich in der zugehörigen Man-Page
$ man xend-config.sxp
Die Konfigurationsdatei für XEN-Tools ist /etc/xen-tools/xen-tools.conf. Darin werden die Grundeinstellungen für neu erzeugte DomUs eingestellt. In dieser Datei können die Kernel-Images, die Netzwerkskonfiguration, das Betriebssystem, Ressourcen und vieles mehr eingestellt werden.
Mit dem Befehl
$ xen-create-image --hostname=vm01
kann dann eine virtuelle Maschine mit dem Namen vm01 erstellt werden. Als Parameter können die meisten Einstellungen der Datei xen-tools.conf ebenfalls angegeben werden. Die Parameter die hier angegeben werden überschreiben die einstellungen der Datei xen-tools.conf.
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