====== XEN-Tools ====== Mit XEN-Tools können auf einfache Art virtuelle Maschinen verwaltet werden. Hauptsächliches Anwendungsgebiet ist die Erstellung neuer virtueller Maschinen. Falls nicht anders im Befehl definiert nimmt XEN-Tools die Standardparameter aus einer Konfigurationsdatei. Dadurch können die Befehle einfach gehalten werden. ===== Standardeinstellungen in xen-tools.conf ===== In ''/etc/xen-tools/xen-tools.conf'' werden Standardeinstellungen definiert, die beim Aufruf von ''xen-create-image'' übernommen oder neu definiert werden können. Sinnvoll ist es die folgenden Parameter auf Standardwerte zu setzen: * **dir** bzw. **lvm** - Installation in ein Dateiimage oder auf eine LVM-Volume-Groupe * **size** - Größe der Betriebssystempartition * **memory** - Standardmäßig zugeordneter RAM * **swap** - Größe des SWAP-Bereichs * **fs** - Dateisystemtyp (empfohlen: ext3) * **dist** - Distribution (empfohlen: etch) * **image** - Art des Images (empfohlen: sparse) * **gateway** - Standargateway * **netmask** - Netzwerksmaske * **kernel** - Systemkern-Image * **initrd** - RAM-Disk * **arch** - Prozessorarchitektur * **mirror** - Netzwerksmirror für Paketquellen ===== 64-Bit-Systeme ===== Für 64-Bit Systeme ist es sinnvoll die gewünschte Prozessor-Architektur der DomUs anzugeben. Das kann in der Konfigurationsdatei ''/etc/xen-tools/xen-tools.conf'' oder als Parameter von ''xen-create-image'' durch den Parameter **arch** erfolgen. * **i386** - 32-Bit-Architektur * **amd64** - 64-Bit-Architektur ===== Erstellen neuer VMs ===== Mit dem Befehl $ xen-create-image --hostname= [weitere Parameter] kann eine neue virtuelle Maschine erstellt werden. In der Folge werden einige Parameter dieses Befehls genauer beschrieben. ==== Netzwerkeinstellungen ==== Da die DomUs vorwiegend als Server eingesetzt werden, ist es wichtig die Netzwerkadresse statisch zu definieren. Am einfachsten erfolgt das durch Angabe des Parameters $ ... --ip=192.168.X.X beim Aufruf von ''xen-create-image''. Ebenfalls soll der **Hostname** beim Erstellen eines neuen Images mit dem Parameter $ ... --hostname= gesetzt werden. ==== Installationsmethode ==== Die einfachste Methode eine neue DomU zu installieren ist Debootstrap zu verwenden. Dadurch wird ein neues Betriebssystem aus den Paketquellen neu installiert. Die Konfigurationsdatei von XEN-Tools sollte so eingerichtet sein, dass standardmäßig die Installation mittels Debootstrap durchgeführt wird. Eine weitere Möglichkeit, ist eine bereits zuvor durchgeführte Installation als Quelle mit dem folgenden Parameter zu Verwenden. Möglich ist dabei die virtuelle Maschine aus einem Verzeichnis (Installations-Methode **copy**) oder aus einem .tar-Archiv zu übernehmen (Installationsmethode **tar**). Die dazu notwendigen Parameter lauten: $ ... --install-method=[tar|copy] $ ... --install-source= Dadurch können auch vorkonfigurierte DomUs sehr schnell zum Einsatz gebracht werden. ==== Installation in DRBD ==== Wenn eine virtuelle Maschine in eine DRBD-Ressource installiert werden soll kann das mit folgendem Parameter erreich werden: $ ... --image-dev=/dev/drbdX Die DRBD-Ressource muss dazu im **primary-Modus** sein. Wenn eine DRBD-Ressource verwendet wird, schreibt xen-tools die Konfigurationsdatei für die DomU nicht korrekt. In diesem Fall muss die Konfiguration der Festplatten manuell angepasst werden. Das kann für die Root-Partition mit DRBD wie folgt aussehen: disk = [ 'drbd:,sda1,w' ] ==== Sekletton-Verzeichnis ==== Alle Dateien im Verzeichnis ''/etc/xen-tools/skel'' werden auf die neue Gastmaschine in jedes Benutzerverzeichnis kopiert. Das bietet die Möglichkeit Grundeinstellungen vorzukonfigurieren oder Public-Keys für die ssh-Authentifizierung zu verteilen. ===== Siehe auch ===== * [[xen_mit_drbd_replizieren]] {{tag>xen linux virtualisierung}}